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Mit den Hebammen ist es ein wenig wie mit der Religion: Die einen halten sie für ein Relikt längst vergangener Zeiten, spirituellen Humbug, nicht - lebensnotwendig oder durch andere Berufsgruppen ersetzbar - die anderen erheben „ihre“ Hebamme auf den Thron einer Art wohlwollenden und allwissenden Geburtsgottheit.

Viel mehr als mit einer Gottheit kann man die Hebamme allerdings mit einem Pfarrer vergleichen: So erfordern beide neben der Berufung, bereitwillige Einschränkungen was das Privatleben angeht, Gottvertrauen und großes seelsorgerliches Geschick. Besonders gefragt ist dieses an den Berührungspunkten beider Berufsgruppen wie tot geborenen Kindern oder plötzlichem Säuglingstod.

Wozu brauchen Mütter denn überhaupt diese Frauen (in nur wenigen Fällen sind es auch Männer), die dezent bis ziemlich alternativ gekleidet und mit Lederkoffer und Holz-Hörrohr bewaffnet unterwegs sind?

Bereits in der Bibel wurden die „weißen Frauen“ als professionelle Begleitung während der Geburt erwähnt. So sprach eine Hebamme Rahel bei der schweren Geburt Benjamins Mut zu (1. Mose 35, 17) und als Tamar Zwillinge bekommt hat die Hebamme den -vermeintlich- Erstgeborenen gekennzeichnet (1.Mose 38,28).  Die Hebammen der Bibel haben ihre Lebenserfahrung in die besondere Situation des Gebärens und des Geborenwerdens eingezeichnet. Besonders dadurch, dass sie wussten, was zu tun ist und dies getan haben.

Dies gilt auch heute: Die Betreuung durch Hebammen reicht von der Schwangerenvorsorge über die Geburt, bei der eine Hebamme anwesend sein muss, und die Wochenbettbetreuung bis hin zu Kursen um vor bzw. nach der Geburt in guter körperlicher Verfassung zu sein. Egal für welchen Weg sich die Frau entscheidet, ob Hausgeburt oder Klinik, eine Hebamme steht ihr mit Wissenschaft und Tradition zur Seite.

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